Exkurs: Die Furcht des Herrn

Exkurs: Die Furcht des Herrn

Die Furcht des HERRN ist der Schlüssel, um „Die Sprüche“ verstehen zu können, aber was ist Furcht des HERRN? Mit Furcht des HERRN wird ein wesentlicher Aspekt der Beziehung des Gläubigen zu seinem Gott beschrieben1). Der erste Schritt auf dem Weg zur Klugheit besteht nämlich in der erschütternden Einsicht, dass ich Geschöpf bin und dass es über mir einen Schöpfer und Richter gibt.

Man kann die Gottesfurcht lernen (5Mose 17,19; 31,12; Psalm 34,12) und so verblüfft es nicht, dass Furcht des HERRN in Psalm 19 mit Begriffen wie „Gesetz“, „Zeugnis“ (Psalm 19,8), „Vorschriften“, „Gebot“ (Psalm 19,9) und „Rechtsbestimmungen“ (Psalm 19,10) gleichgesetzt wird. Zum einen versteht die Bibel also unter Furcht des HERRN den Standard, den Gott für ein richtiges, moralisches Verhalten setzt, und durch seine Knechte offenbart.

Zum anderen geht es aber auch darum, nach diesem Standard zu leben. Es reicht nicht, dass ich weiß, was richtig ist, wenn ich das Richtige nicht auch tue! Gott will mehr als meinen Verstand oder ein Lippenbekenntnis. Wer Furcht des HERRN besitzt, der hat sich entschieden, das zu tun, was Gott sagt. Ein solcher erkennt Gott als absolute Autorität über sich an und hält deshalb seine Gebote (3Mose 19,14; 5Mose 6,2; 28,58; 31,12). Der Sünder fürchtet Gott nicht (2Mose 9,30), aber der Gerechte hasst das Böse (Sprüche 8,13), weil er Gott fürchtet.

Die Furcht des HERRN ist für den Erwerb von Weisheit ebenso grundlegend, wie es Noten für die Musik oder Zahlen für die Mathematik sind. Nur ein echter Christ wird Salomos Spruchsammlung so benutzen können, wie Gott es sich gedacht hat.

1)
Die Beziehung des Gläubigen zu Gott ist nach 5Mose 10,12.13 von Gottesfurcht, einem entsprechenden Lebensstil, Liebe, Dienst und Gehorsam geprägt. Gott will mir Autorität sein, sich in meinen Entscheidungen wieder finden, meine Zuneigung gewinnen, ich soll für ihn leben und seine Gebote halten.