Matthäus 27,46: Hat Jesus am Ende sein Vertrauen verloren?

Jesus hat sein Vertrauen auf Gott sicher nicht verloren. Das Zitat ist der Anfang von Psalm 22, ein Lied von David, in dem er sein Leid vor Gott beklagt. Am Inhalt sieht man jedoch, dass David hier, wie in vielen anderen Psalmen auch, prophetisch über Jesus gesprochen hat, im Besonderen über die Kreuzigung. So beschreibt er den Spott der Umstehenden (Psalm 22,8-9), die Kreuzigung selber (V.17) und das Aufteilen der Kleider (V.19). Wenn Jesus diesen Ausruf tätigt, dann tut er es, weil er wirklich in dem Moment von Gott verlassen ist. Was im Moment des Kreuzestodes vor sich geht, wenn Jesus die Strafe für alle Sünden abbekommt, das kann man sich als Mensch wohl kaum vorstellen. Aber das Ende des Psalms zeigt, dass Jesus auch sicher ist, dass Gott ihn erretten wird (V.20-22), ihn an die Spitze des Gottesvolkes setzen wird (V.28, 31-32) und dass dieses den Vater preisen wird (V.23-24). Wie groß Jesus Vertrauen in den Vater ist, zeigt vor allem V.25: „Denn er hat nicht verachtet noch verabscheut das Elend des Elenden, noch sein Angesicht vor ihm verborgen; und als er zu ihm schrie, hörte er.“

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