Matthäus 1,25: Warum nennt Joseph seinen Adoptivsohn „Jesus“ und nicht, wie in Jesaja 7,14 prophezeit, „Immanuel“?

Die naheliegende Antwort ist die, dass Joseph den klaren Auftrag bekommt, ihn Jesus zu nennen (Matthäus 1,21). Und dieser Name, Jesus (Gott rettet), ist Programm: „… denn er wird sein Volk erretten von seinen Sünden“. „Immanuel“ (Gott mit uns; Matthäus 1,23) wird Jesus auch genannt werden, aber eben nicht von seinen Eltern, sondern eher von uns, die wir die ganze Bedeutung seines Lebens überblicken. Er ist der Immanuel, weil er sagen kann: „… ich bin bei euch alle Tage bis zur Vollendung des Zeitalters“ (Matthäus 28,20). Die beiden Namen umschließen zwei wichtige Aspekte unserer ewigen Sicherheit: Jesus rettet uns am Kreuz von unseren Sünden und der Immanuel bleibt bis in alle Ewigkeit als unser Begleiter an unserer Seite. Anmerkung: Namen haben in der Bibel eine große Bedeutung. Sie reflektieren oft in der einen oder anderen Weise das Leben des Namensträgers. Insbesondere ist dies der Fall, wenn Gott Namen vergibt bzw. einen Menschen umbenennt. Wir sehen dies z. B. bei Abram/Abraham, Saraj/Sarah, Jakob/Israel. Deren Namensänderung hat mit ihrer Berufung, aber auch ihrer Umkehr zu Gott zu tun. Johannes der Täufer bekommt seinen Namen vor der Geburt durch himmlische Boten zugesprochen; so auch Jesus. Insofern ist die Namensänderung von Immanuel zu Jesus keine Verwerfung einer Prophetie, sondern wie oben beschrieben, eine konsequente Umsetzung der Immanuel-„Idee“.

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