2Timotheus 2,12-13: Wie grenzt du die Begriffe „verleugnen“ und „untreu sein“ gegeneinander ab? Ist Jesus nicht untreu zu uns, wenn er uns verleugnet?

Wenn Jesus Menschen verleugnet, dann bezieht sich das auf das zukünftige Bekenntnis des Christus vor dem Vater (Matthäus 10,33) in der Gegenwart der Engel Gottes (Lukas 12,9). Soweit ich es verstehe, bezieht sich das auf Menschen, die ungläubig sind. Sie werden in Titus 1,16 treffend so beschrieben: Sie geben vor, Gott zu kennen, aber in ihren Werken verleugnen sie ihn und sind abscheulich und ungehorsam und zu jedem guten Werk unbewährt. Jesus muss sich nicht von solchen Menschen distanzieren, die nie behauptet haben, ihn zu kennen. Es geht also in erster Linie um Namenschristen, bei denen Anspruch und Wirklichkeit des Glaubens nicht übereinstimmen. Aber was ist mit echten Christen, die wie Petrus in einem Moment der Schwäche Jesus verleugnen und so tun, als würden sie ihn nicht kennen? Ja, es gibt sie. Und ich glaube, dass 2Timotheus 2,13 sich gerade auf solche Christen bezieht: wenn wir untreu sind – er bleibt treu. Der Akt des Verleugnens an sich sagt noch nichts darüber aus, ob er aus Unglauben oder Untreue geschah. Wenn wir Jesus untreu werden, dann bleibt er uns treu, sucht uns, bietet uns Vergebung und einen Neuanfang an (vgl. Jesu Umgang mit Petrus). Der untreue Christ wird aber auch über sein Verleugnen traurig sein – und zwar um Gottes Willen (2Korinther 7,10). Ist das Verleugnen aber eine Folge von Unglauben, wird womöglich noch mit Frömmelei kaschiert und es fehlt echte Traurigkeit über den eigenen geistliche Zustand, dann Vorsicht: Solche Menschen wird Jesus nicht mitleben und nicht mitherrschen (2Timotheus 2,12) lassen.

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