2Johannes 9: Was könnte mit der „Lehre des Christus“ gemeint sein?

Die „Lehre des Christus“ ist die Lehre über Christus (Genitivus objectivus). Johannes sagt, dass der, der nicht in der Lehre des Christus bleibt, Gott nicht hat. Mit anderen Worten: Wer falsche Sachen über Jesus glaubt, kann kein Christ sein, weil zum Akt des Glaubens ein bestimmter Inhalt gehört. Ich kann nicht einfach glauben, was mir gefällt, mir einen Patchwork-Jesus basteln, der mein Weltbild nicht erschüttert und mich dann „Christ“ nennen. Christen sind nur solche Menschen, die an den wahren Christus glauben und zwar an Jesus Christus. Es reicht nicht auf eine allgemeine Weise an Jesus zu glauben oder ihn für einen besonderen Menschen zu halten. Wer wirklich zum Glauben kommt, der interessiert sich für „seinen“ Christus, der will alles über ihn erfahren und der nimmt ihn so, wie er ist. Von daher gibt es in der Mitte des Christentums Grundaussagen über Jesus Christus, die nicht verhandelbar sind. Wer diese Grundlagen nicht glaubt, der ist kein Christ. Wer anders lehrt, ist ein Antichrist, weil er einen nicht schriftgemäßen, anderen Christus predigt.

Da sich die Johannesbriefe (vor allem 1Johannes) mit der Frage beschäftigen, woran man einen echten Christen erkennt, macht es Sinn, die Frage nach den Inhalten der „Lehre des Christus“ dadurch zu klären, dass wir uns anschauen, welche grundlegenden Aussagen Johannes in seinen Briefen über Jesus macht. Dabei finden wir folgende Punkte:

1. Jesu Blut reinigt von Sünde, er kam, um Sünde wegzunehmen und ist die Sühnung für unsere Sünden (1Johannes 1,7; 2,2; 3,5): Geistliches Leben und Sünde passen also nicht zusammen.

2. Jesus ist der Christus (1Johannes 2,22): Er allein ist der im AT verheißene „Gesalbte“, in dem die Aufgaben des Königs, Priesters und Propheten zusammenfließen.

3. Jesus ist Gottes Sohn und der wahrhaftige Gott (1Johannes 5,5.20): Allen Sekten und der liberalen Theologie zum Trotz ist die göttliche Natur Jesu nicht verhandelbare Grundlage des Christentums. Jesus ist mehr als ein weiser Mann.

4. Jesus kam im Fleisch, d.h. er war ein Mensch (1Johannes 4,2): Jesus hat sich tatsächlich auf die Stufe des Menschen erniedrigt und ist ganz real gestorben.

5. Jesus ist das ewige Leben. Es ist in ihm und wer ihn hat, der hat ewiges Leben (1Johannes 5,11-13.20): Jesus ist der Weg zum Vater und in den Himmel. Ihn haben oder nicht haben, d.h. mit ihm in einer intakten Beziehung leben, so dass er uns kennt und uns als seine Jünger ansieht, das ist, worauf es ankommt.

6. Jesus ist der Gerechte, in dem keine Sünde ist (1Johannes 2,1; 3,5): Obwohl ganz Mensch ist Jesus ganz anders. Seine Sündlosigkeit ist die Grundlage für sein Opfer.

7. Jesus ist der Beistand beim Vater (1Johannes 2,1): Errettung ist kein Stück eigene Leistung. Sie geschieht jetzt, weil Jesus beim Vater für uns eintritt.

8. Jesus hat sein Leben für uns aus Liebe gegeben (1Johannes 3,16): Liebe ist das einzige Motiv, das Jesus bewegt hat, sich für uns zu opfern.

9. Aus Römer 10,9: Jesus ist von Gott auferweckt worden aus den Toten.

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