Thema 82: Gastfreundschaft

Jünger, Jüngerschaft, Jüngerschaftskurs

Gastfreundschaft ist die Bereitschaft, gerne fremde Menschen in den eigenen vier Wänden zu bewirten und sie auch übernachten zu lassen. Zur Zeit des Neuen Testaments war Gastfreundschaft eine ganz wichtige Eigenschaft, weil Reisende – vor allem reisende Christen – kaum die Möglichkeit hatten, in Hotels abzusteigen. Und die „Hotels“, die es gab, waren üble, unsichere Spelunken, in denen man seines Lebens nicht immer sicher war.

FRAGEN

Gastfreundschaft ist ein Gebot Gottes (1Petrus 4,9; Römer 12,13). Petrus schreibt, „seid gastfrei gegeneinander ohne Murren“, weil er weiß, wie leicht Gäste das eigene Wohlbefinden stören können.

Wann hast du das letzte Mal so viele Gäste eingeladen, dass es dir schon „zu viel“ wurde? Und wie bist du mit der Situation umgegangen?

Das Gebot der Gastfreundschaft betrifft in der Bibel hauptsächlich den Umgang mit anderen Gläubigen. Mitchristen zu bewirten ist ein sichtbarer Ausdruck von Bruderliebe (= Liebe zu Mitchristen) und Anteilnahme. Die eigene Wohnung ist das ideale Umfeld, um Menschen kennen zu lernen. Es lassen sich dort ganz einfach Gelegenheiten zu interessanten und hilfreichen Gesprächen schaffen.

Welche Voraussetzungen müssen gegeben sein, damit ich Gastfreundschaft praktizieren kann?

Welche „Gefahren“ von Gastfreundschaft sprechen Lukas 10,38-42 und Sprüche 25,17 an?

Lukas 10,38-42:

Sprüche 25,17:


ANTWORTEN

Voraussetzungen für Gastfreundschaft: Ich muss wollen. Meine Wohnung (o. Haus) muss entsprechend eingerichtet sein (z.B. Schlafsofa, Gästezimmer). Ich muss regelmäßig Einladungen aussprechen.

Aus Erfahrung kann ich nur sagen, dass interessante Gäste (ich denke heute noch an einen mexikanischen Missionar, der auf der Durchreise nach Russland wegen eines fehlenden Visums für ein paar Tage bei uns „gestrandet“ war…) das Familienleben sehr bereichern und den Glauben der Kinder fördern und prägen.

Man kann Gastfreundschaft und den damit verbundenen Aufwand zur Bewirtung übertreiben und wesentliche, geistliche Aufgaben (z.B. das Hören auf Gottes Wort) vernachlässigen (Lukas 10,38-42). Das Gebot der Gastfreundschaft ist kein Freibrief zur dauernden Belästigung von befreundeten Christen. Es gilt auch, die Privatsphäre von Geschwistern zu schützen und Rücksicht auf die Bedürfnisse der Gastgeber zu nehmen (Sprüche 25,17)!

Gastfreundschaft ermöglicht es, sich mit anderen Christen tiefer auszutauschen als das normalerweise nach dem Gottesdienst möglich ist. Allgemein hilft Gastfreundschaft dabei, Beziehungen zu vertiefen und Vertrauen aufzubauen, denn man lernt einen Menschen auf einer ganz anderen Ebene kennen, wenn man weiß wie er wohnt.


DER NEUE BEGRIFF: Bluträcher

Ein „Bluträcher“ ist der nahe Verwandte eines Mordopfers, der dessen Tod dadurch rächen will, dass er den (vermeintlichen) Mörder umbringt. Im AT wird Rache verboten, die Blutrache bewusst erschwert und durch Zufluchtsstädte dafür gesorgt, dass Totschläger am Leben bleiben.


DIE PRAKTISCHE AUFGABE

Wiederhole die Daten zum Alten Testament im Kopf und lerne aus der Zeittafel die Daten Religionsgeschichte (s. Zeittafel):

….. Älteste Texte der Veden (heilige Schriften des Hinduismus)
….. Buddha (Siddhartha Gautama)
….. Konfuzius
….. Platon (Schüler von Sokrates und Lehrer von Aristoteles)
….. Lao-Tse (Gründer des Taoismus)
….. Mohammed (Gründer des Islam)
….. Zeit der Kreuzzüge

GEBETSVORSCHLAG

Bete dafür, dass du jemand wirst, der gerne Gäste einlädt und dass deine Gastfreundschaft dir zum Segen wird.