Wie soll ich die Bibel lesen?

  • Gerade für junge Christen gilt: Lies sie oft, am besten mindestens einmal im Jahr, durch. Wer seine Bibel einmal im Jahr durchliest, braucht dazu etwa 14 Minuten Zeit pro Tag. Das sollte uns Gott doch wert sein - oder?
  • Lies die Bibel mit einem Bleistift und einem Schreibblock. Markiere Dir im Text die Bibelverse, die Dich besonders ansprechen, mit einem Ausrufezeichen und die Bibelverse, zu denen Du Fragen hast mit einem Fragezeichen (schreibe Dir die Frage in deinen Schreibblock). Lerne die wichtigen Bibelverse auswendig. Wie das geht, steht auf "Tipps zum Auswendiglernen von Bibelversen". Stelle Deine Fragen kompetenten Ansprechpartnern in deiner Gemeinde. Verpass diese Chance nicht! Wenn eine Gemeinde eine Kultur des Redens über die Bibel hat, sind Heiligung, Wachstum und Bekehrungen fast zwangsläufige Folgen.
  • Verwende das EVA-Prinzip, um zu einer Anwendung zu gelangen. Versuche Deine Bibellese so oft wie möglich mit einer Anwendung abzuschließen. Geh dabei folgender maßen vor:
    1. E wie Erkennen. Beantworte (anfangs schriftlich - später im Kopf) folgende Frage: Wer macht was, wann, wo, wie und warum? Die Beantwortung dieser Frage bewahrt Dich davor, dass deine Augen gedankenlos über den Text gleiten (vor allem morgens nach dem Aufstehen :-P).
    2. V wie Verstehen. Stelle Verständnisfragen an den Text. Gute Verständnisfragen sind die Voraussetzung für ein tiefes Durchdringen des Textes. Suche außerhalb Deiner „Stillen Zeit“ nach Antworten auf deine Fragen. Dabei können Dir Einführungsbücher in die Bibel, ein Bibellexikon oder ein Bibelatlas gute Dienste leisten. Lass Dich in einer gut sortierten christlichen Buchhandlung beraten.
    3. A wie Anwendung. Suche im Text nach Geboten und Verboten, nach vorbildlichem und schlechtem Verhalten oder nach den Dingen, die ein Ausdruck von Liebe und Hass sind. Nimm nun ein Gebot, ein vorbildliches Verhalten oder einen Ausdruck von Liebe und formuliere daraus ein allgemeingültiges Prinzip. Dasselbe kannst du auch für ein Verbot, ein schlechtes Verhalten oder einen Ausdruck von Hass tun. Leite zuletzt aus dem Prinzip ein konkretes Verhalten für heute ab, indem du den Satz „Ich werde heute…“ für dich vollendest. Sei bei dem, was du dir vornimmst, konkret, praktisch und realistisch. Lies nicht ohne den Wunsch, verändert zu werden.

Ein Beispiel zu 1Sam 25: Wir treffen dort auf Nabal, der u.a. roh, boshaft, verletzend und fresssüchtig ist. Ein allgemein gültiges Prinzip könnte lauten: Ich soll nicht mit Worten verletzen. Die Anwendung könnte lauten: Ich will heute zu meinem schwierigen Arbeitskollegen Emil besonders liebevoll sein und mich nicht zu verletzenden Äußerungen hinreißen lassen. Lass dich bei der Anwendung von Gottes Geist leiten. Er weiß genau, wie es in deinem Leben aussieht. Mit etwas Übung fällt Dir das Entdecken von Anwendungen immer leichter.

Eine vierteilige Predigt-Reihe, die sich mit dem Thema Anwendungen beschäftigt: