Thema 66: Gute Manieren, Ehrbarkeit

Gute Manieren geben einen Rahmen für gesellschaftliches Zusammenleben vor. Unsere kulturelle Prägung bestimmt, was wir als gute Manieren wahrnehmen.

FRAGEN

Lies Matthäus 7,12 und finde eine Definition für „gutes Verhalten“!

Als Christen sollen wir uns so verhalten, dass wir bei anderen Menschen keinen „Anstoß“ erregen (1Korinther 10,32). Wichtig ist, dass wir den Begriff „Anstoß“ richtig definieren! „Anstoß“ steht im Neuen Testament für die Dinge in unserem Leben, die Menschen davon abhalten, sich mit dem Evangelium zu beschäftigen (vgl. das Ziel aus 1Korinther 10,33). Nicht jede Eigenart (z.B. Kleidungsstil, Musikgeschmack usw.) ist ein „Anstoß“. Eigentlich sind sogar nur sehr wenige Dinge in unserer Kultur geeignet, eine Behinderung für das Evangelium zu sein.

In der Evangelisation dürfen wir nicht respektlos mit anderen Menschen umgehen, sondern unser Reden soll von „Sanftmut“ und „Ehrerbietung“ geprägt sein (1Petrus 3,15.16).

Wir sollen uns so benehmen, dass wir mit unserem Verhalten vor Gott („in Heiligkeit“) und vor den Menschen („in Ehrbarkeit“ - Römer 12,17) bestehen können.

Was denkst du? Wie denkt Gott über dein Leben? Wie sehen die Menschen dich?

Ein Christ hasst nicht nur Sünde, sondern er weiß auch „was sich gehört“, weil Liebe sich nie „unanständig“ (o. taktlos, rücksichtslos, unhöflich) verhält (1Korinther 13,5).

Sich angemessen benehmen zu können ist wichtig. Christen sind mit ihrem Leben Gottes Reklametafel. Deshalb ermahnt Titus Männer und Frauen zur Besonnenheit, Ehrbarkeit, Heiligkeit und zu guten Werken (Titus 2,1-15; Titus 3,1.8).

Alte Menschen verdienen besonderen Respekt (3Mose 19,32) und über hilfsbedürftige oder behinderte Menschen darf man sich nicht lustig machen (Sprüche 17,5; 3Mose 19,14). Vor Gott hat jeder Mensch ein Recht auf Würde, Achtung und körperliche Unversehrtheit.

Sogar Tischmanieren sind der Bibel wichtig (Sprüche 23,1-3).


ANTWORTEN

Man kann gutes Verhalten mit der Goldenen Regel aus Matthäus 7,12 zusammenfassen: Wir sollen andere Menschen so behandeln, wie wir von ihnen behandelt werden wollen.

Zur Ehrbarkeit gehört auch, dass wir uns um unsere Körperhygiene kümmern. Niemand redet gerne mit einem Menschen, der sich morgens nicht die Zähne geputzt hat. Wenn du in ein fremdes Land fährst, dann informiere dich vorher darüber, was in diesem Land gesellschaftlich akzeptiert ist und was nicht.


DER NEUE BEGRIFF: Richterstuhl Christi

Obwohl Christen nicht in das Jüngste Gericht kommen, heißt es in 2Korinther 5,10 doch, dass sie vor dem „Richterstuhl Christi“ offenbar werden müssen. Begrifflich ist damit der Platz eines Preisrichters (z.B. bei den Olympischen Spielen) gemeint. Das Gericht vor dem Richterstuhl Christi entscheidet nicht über Himmel oder Hölle, sondern über den Lohn, den wir für ein hingegebenes und treues Leben von Gott erhalten.


DIE PRAKTISCHE AUFGABE

Beginne heute damit, auf deine Manieren zu achten, indem du beim Essen darauf achtest, nicht zu schmatzen, das Besteck bestimmungsgemäß zu gebrauchen, die Ellenbogen nicht aufzustützen und nicht mit vollem Mund zu reden. Wenn du all das schon tust: Gratulation!


GEBETSVORSCHLAG

Bete dafür, dass dein Leben eine Reklametafel für Gott wird, durch die Menschen auf den Vater im Himmel aufmerksam werden.