Thema 6: Vom Umgang mit Kirchendistanzierten

Jünger, Jüngerschaft, Jüngerschaftskurs

Wir wissen, dass viele junge Gläubige durch Übereifer und falsches Sendungsbewusstsein Beziehungen zu ungläubigen Menschen unnötig belasten oder sogar zerstören (gerade im Familienkreis!). Sei vorsichtig! Du kannst ein hingegebener Christ sein, ohne ein Rüpel zu werden!

FRAGEN

Welche Tipps für den Umgang mit Ungläubigen liest du aus Matthäus 10,16.23; Kolosser 4,5.6; 1Korinther 9,19-22 und 1Petrus 3,15.16 heraus? Schreibe die Antworten wieder hinter die Bibelstellen!

Matthäus 10,16.23:

Kolosser 4,5.6:

1Korinther 9,19-23:

1Petrus 3,15.16:

Welche Funktion haben Christen in der Welt? Lies dazu Matthäus 5,13-16!

Im Blick auf welche Menschen kannst du dein „Licht leuchten“ lassen? Wie könnte das praktisch aussehen?

Welchen Rat gibt Paulus in 1Korinther 7,12-16 Ehepaaren, von denen einer gläubig ist? Identifiziere drei wegweisende Grundsätze!

Grundsatz 1:

Grundsatz 2:

Grundsatz 3:


ANTWORTEN

Als Gläubige sollen wir klug und ohne Hinterlist (= einfältig) mit Menschen umgehen. Ein Christ ist weder dumm noch durchtrieben und keiner, der das Leiden bewusst sucht (Matthäus 10,16.23). Unser Umgang mit denen, die „draußen sind“ (gemeint ist außerhalb von Gottes Reich, also Menschen, die Gott noch nicht als Vater im Himmel kennen), soll von Weisheit geprägt sein. Christen nutzen gute Gelegenheiten aus, um Zeugnis zu geben und auf Jesus hinzuweisen (Kolosser 4,5). Als Gesprächspartner sind sie wohltuend („in Gnade“), herausfordernd („mit Salz gewürzt“) und haben gute Antworten parat (Kolosser 4,6). Christen, die Jesus wirklich nachfolgen, ziehen sich nicht in eine christliche Subkultur zurück, sondern lassen sich auf Nichtchristen und ihren Lebensstil ein (1Korinther 9,19-22). In der Auseinandersetzung um den Glauben, werden sie nicht aggressiv („mit Sanftmut“) oder herablassend (1Petrus 3,15.16).

Tipp: „Junge Christen sind Extremisten!“, und deshalb schlagen wir allen Frischbekehrten vor, dass sie erst (!) durch gute Werke evangelisieren und dann durch gute Worte. In ihrer Begeisterung für den neu gefundenen Glauben schießen viele geistliche Greenhorns leicht über das Ziel hinaus, verprellen ihre Eltern, ihre Verwandten und Freunde und brauchen dann Jahre, um die dabei entstandenen Schäden wieder gut zu machen. Eltern und Freunde haben ein Recht darauf, skeptisch zu sein! Woher sollen sie wissen, dass du nicht in einer Sekte gelandet bist?

Christen sind Salz und Licht. Salz ist zugleich wertvoll, Geschmack gebend und konservierend. Licht ist zugleich wegweisend und erleuchtend. Wenn Christen sich ihrer Berufung bewusst sind und gute Werke tun, dann sind sie ein Segen für ihre Umwelt.

Grundsatz 1: Der Unglaube eines Ehepartners ist noch kein Scheidungsgrund. Wichtig ist, dass man sich als Ehepaar darüber unterhält, ob der ungläubige Partner unter den neuen Bedingungen weiterhin an der Ehe festhalten will. Je nach Lebenssituation kann es zu erheblichen Veränderungen kommen (z.B. kein FKK-Urlaub und keine Swinger-Parties, keine Schwarzarbeit, keine illegalen Drogen, regelmäßiger Gottesdienstbesuch, christliche Erziehung der Kinder usw.).

Grundsatz 2: Wenn man zu keiner Einigung kommt und der ungläubige Teil sich scheiden lassen will bzw. die Ehe unter den neuen Randbedingungen nicht fortsetzen will, dann ist der Christ nicht sklavisch an die Ehe gebunden. Eine Scheidung (und damit eine Wiederheirat) ist möglich.

Grundsatz 3: Obwohl der ungläubige Teil durch den Christen „geheiligt“ ist, ist er damit noch nicht errettet, aber er steht in einer besonderen Beziehung zu Gott und hat eine besondere Chance, das Evangelium zu erleben.

Hinweis: Wenn du noch Single bist, dann empfehlen wir dir im Sinne von 1Korinther 7,39 nur eine Partnerschaft mit einem Christen in Erwägung zu ziehen. Das klingt erst einmal ganz schön eng, aber warum willst du dir (zusätzlich zu allen „normalen“ Eheproblemen) diese unnötige Last aufladen?


DER NEUE BEGRIFF: Apokryphen

Unter Apokryphen versteht man die biblischen Bücher, die in katholischen Bibeln oder in der Lutherbibel zwischen dem Alten Testament und dem Neuen Testament angeordnet sind. Sie werden nur vom Katholizismus als Heilige Schrift anerkannt und stellen eine wichtige historische Quelle für die Ereignisse vor Jesus Geburt dar. Im Umgang mit den Apokryphen ist Luthers Rat bis heute brauchbar: „Das sind Bücher, so der Heiligen Schrift nicht gleichzuhalten, und doch gut und nützlich zu lesen sind.“


DIE PRAKTISCHE AUFGABE

Wir beginnen heute damit, die Reihenfolge der biblischen Bücher zu lernen. Lerne die Namen der Bücher und ihre abgekürzte Schreibweise (z.B. „Mt“ für Matthäusevangelium). Suche jetzt das Inhaltsverzeichnis deiner Bibel und lerne die Reihenfolge der biblischen Bücher von 1Mose bis 2Chronik. Präge dir für 1Mose bis 5Mose auch die Bezeichnungen „Genesis“, „Exodus“, „Levitikus“, „Numeri“ und „Deuteronomium“ ein. Diese Bezeichnung findest du anstelle von 1Mo, 2Mo usw. in englischsprachigen Bibelausgaben. Entsprechend werden dort die Bibelstellen auch mit „Gen“, „Ex“, „Lev“, „Num“ und „Deu“ abgekürzt.


GEBETSVORSCHLAG

Bete dafür, dass du einen Umgang mit ungläubigen Menschen entwickelst, der von Weisheit, Wissen, Sanftmut und Ehrerbietung geprägt ist.