Thema 7: Glaube

Jünger, Jüngerschaft, Jüngerschaftskurs

Heutzutage gibt es die verschiedensten Meinungen und Auffassungen von Glauben, deshalb soll dir diese Lektion helfen ein richtiges Verständnis vom biblischem Glaubensbegriff zu entwickeln. Nimm dir einmal kurz Zeit darüber zu reflektieren, was du meinst, wenn du von „Glauben“ sprichst.

FRAGEN

Warum ist es von ganz großer Bedeutung, dass wir verstehen, was „Glaube“ ist? Lies dazu Apostelgeschichte 16,31; Johannes 20,31; Römer 3,26.

Apostelgeschichte 16,31:

Johannes 20,31:

Römer 3,26:

Mit welchem deutschen Wort umschreibst du „glauben“?

Der Begriff „Glaube“ kommt im Neuen Testament mit wenigstens drei unterschiedlichen Betonungen vor. Er bezeichnet zum einen den Glaubensinhalt oder das, woran man glaubt. Dann meint das Wort „Glaube(n)“ den Akt des Glaubens, also den Moment der Bekehrung. Und zuletzt steht „Glaube“ für das Glaubensleben. Fazit: Wer glaubt, der glaubt an den richtigen Inhalt, der hat sein Leben bewusst Jesus anvertraut und der lebt nach dem, was er glaubt. Diese drei Betonungen zusammen genommen ergeben „rettenden Glauben“. Wer glaubt lebt in einer echten Beziehung zu Jesus.

Lies folgende Bibelstellen und ordne sie den drei Betonungen zu: Judas 3; Johannes 5,24; Apostelgeschichte 13,12; Apostelgeschichte 24,14; Römer 1,5; Galater 5,6.

Glaubensinhalt:

Akt des Glaubens:

Glaubensleben:

Nicht jeder Glaube ist echt. Welches falsche Verständnis von Glauben haben folgende Personengruppen?

Johannes 2,23-25:

1Korinther 15,12-17:

Jakobus 2,19:

Wie würdest du deinen Glauben einschätzen? Fehlt ihm etwas?


ANTWORTEN

Ohne Glauben gibt es keine Errettung (Apostelgeschichte 16,31) und keine Rechtfertigung (Römer 3,26). Durch den Glauben bekommen wir ewiges Leben (Johannes 20,31).

„Glauben“ ist festes Vertrauen. Ich bin sicher, dass ich mich ganz auf Gott verlassen kann und lebe als einer, der das auch tut.

Judas 3; Apostelgeschichte 24,14: Glaubensinhalt; Johannes 5,24; Apostelgeschichte 13,12: Akt des Glaubens; Römer 1,5; Galater 5,6: Glaubensleben.

Die Festbesucher in Jerusalem (Johannes 2,23-25) sind von Jesu Wundern begeistert und „glauben“ ihm, aber ihr Glaube geht nicht tief. Sie sind äußerlich begeistert, wie man als Groupie von seinem Lieblingssänger begeistert ist. Aber Jesus schaut in sie hinein und weiß, dass ihr Glaube keine Wurzeln hat (vgl. Lukas 8,13). Er ist nicht mehr als eine kurze Begeisterung für den neuen Star der religiösen Szene in Jerusalem. So ein oberflächliches Begeistert-Sein ist noch kein rettender Glaube. Die Korinther, die nicht an die Auferstehung Jesu glauben (darin gleichen sie übrigens vielen modernen Theologen!) haben das Problem, dass ein falscher Glaubensinhalt nicht zur Vergebung der Sünden führt. Wer nicht an die Auferstehung Jesu glaubt, der glaubt nicht an das Evangelium (1Korinther 15,3.4). Wer die Lehre über Jesus willkürlich verändert, verliert die Errettung (2Johannes 9). Hier liegt das Verhängnis vieler Sekten (z.B. Zeugen Jehovas und Mormonen) und der liberalen Theologie. Wir können uns nicht aussuchen, was wir über Jesus glauben wollen (oder uns einen Patchwork-Jesus zusammenbasteln, der unseren Vorstellungen entspricht)! Am Beispiel der Dämonen illustriert Jakobus, dass man die richtigen Sachen über Gott wissen kann, ohne im Glauben zu leben. Echter Glaube ist mehr als die intellektuelle Bejahung von Glaubensinhalten. Das richtige Glaubensbekenntnis rettet noch niemanden! Die Dämonen wissen, dass es Gott gibt, aber sie leben ihren Glauben (d.h. ihr Wissen) nicht aus. So ist niemand, der nur behauptet, dass er gläubig ist (vgl. Jakobus 2,14 „Was nützt es, … wenn jemand sagt, er habe Glauben,…) schon im vollwertigen Sinn gläubig. Ein Lippenbekenntnis ist kein rettender Glaube. Echter Glaube zeigt sich im Leben durch Glaubensgehorsam und gute Werke. Es ist nur vernünftig, dass wir unseren Glauben prüfen (2Korinther 13,5).

Eine große Gefahr für unseren Glauben ist die momentane falsche Auffassung von Toleranz. Es ist nun mal ein unverzichtbarer Grundsatz des christlichen Glaubens, dass allein Christus der Weg zu Gott ist. Das wird dem Christentum als Intoleranz vorgeworfen. Dabei toleriert das Christentum andere Religionen, denkt aber, dass diese schlicht falsch sind. „Tolerieren“ heißt nicht „gutheißen“, es heißt einfach, dass ich die Existenz einer Sache als gegeben hinnehme: Ich toleriere ein schreiendes Baby in der U-Bahn, wäre aber glücklicher wenn ich meine Ruhe hätte. Es ist eine echte Versuchung sich der falschen Auffassung von Toleranz anzuschließen und ein weichgespültes Evangelium zu leben und zu verkünden.


DER NEUE BEGRIFF: Heiland

„Heiland“ ist ein deutschsprachiger Ehrentitel für Jesus Christus. Er leitet sich von heilen ab. Der Heiland ist der, der uns heilt oder rettet. Der „Heiland“ ist der „Retter“.


DIE PRAKTISCHE AUFGABE

Schreibe aus dem Gedächtnis die biblischen Bücher von 1Mose bis 2Chronik drei Mal auf und präge sie dir ein.


GEBETSVORSCHLAG

Bete dafür, dass du dich im Blick auf deinen eigenen Glauben nicht täuschst.