Thema 4: Gottesdienst

Jünger, Jüngerschaft, Jüngerschaftskurs

In unserer von Individualismus und Subkulturen geprägten Gesellschaft kommt leicht die Frage bei Jugendlichen auf: „Warum soll ich einen Gottesdienst besuchen?“ Diese Lektion will dir ein paar Antworten geben und dich zu einem regelmäßigen Gottesdienstbesuch ermutigen.

FRAGEN

Lies 3Mose 23 schnell durch (nur überfliegen) und finde alle im Text angegebenen Feste. Welchen Charakter hatten diese Feste und wo finden sie statt?

Gemeinsames Feiern ist Gott wichtig! Ein zuerst vielleicht komischer Gedanke, aber der Gottesdienst ist eine Zeit, um Gott zu feiern und ihm für die eigene Errettung und Bewahrung zu danken. Psalm 22 beschreibt prophetisch-poetisch die Gefühle des Messias am Kreuz. Lies Psalm 22,1-23! Was fällt dir beim letzten Vers auf?

Im Alten Testament gab es Priester, die Opfer brachten. Wer sind die Priester im Neuen Testament? Lies dazu Offenbarung 1,6 und 1Petrus 2,5!

Wie passt der Gedanke aus 2Mose 34,20 zu dem Thema?

Die Juden trafen sich am Sabbat, dem Samstag. Wann trafen sich die Christen zum Gottesdienst? Apostelgeschichte 20,7 hilft dir weiter.

Beim Gottesdienst trifft sich eine Familie. Christen im Neuen Testament nennen sich „Geschwister“, „Bruder“ und „Schwester“, weil sie miteinander verbunden sind. Gottesdienst schafft Raum, um mich daran zu freuen, was Gott im Leben anderer tut, um mit zu weinen und mich im Gebet hinter meine Glaubensgeschwister zu stellen. Ich kann nicht alle Christen kennen und für alle beten, aber ich kann für den Teil der Familie Gottes da sein, in den Gott mich hineingestellt hat. Studiere Hebräer 10,24.25! Welchen Aspekt von Gottesdienst betonen diese beiden Verse?


ANTWORTEN

Im Alten Bund fanden regelmäßig Feste in Jerusalem statt, zu denen alle Israeliten gehen sollten. Die Feste sollten Spaß machen (vgl. 5Mose 14,26; Laubhüttenfest), aber auch Ernst (großer Versöhnungstag) und Dankbarkeit (Passah, Pfingsten) zum Ausdruck bringen.

Der Messias sehnt sich inmitten von Schmerzen danach, Gott „in der Versammlung“ anzubeten. Es ist anscheinend eine heilige Verpflichtung und ein Vorrecht Gott gemeinsam anzubeten, ihm Lieder zu singen und inmitten einer gottfeindlichen Welt einen Raum zu schaffen, in dem Gott sichtbar die Ehre zukommt, die ihm gebührt.

Im Neuen Bund sind alle Christen Priester (Offenbarung 1,6) und können Gott „geistliche Schlachtopfer“ (1Petrus 2,5) bringen. Eine spezielle Priesterklasse oder eine Trennung zwischen Laien und Klerikern gibt es im Neuen Testament nicht. Jeder Christ hat eine ganz eigene und persönliche Beziehung zu Gott.

2Mose 34,20 dreht sich um das Prinzip, dass wir nicht mit „leeren Händen“ vor Gott erscheinen sollen. Gott möchte dass Anbetung uns etwas „kostet“ (vgl. Davids Antwort in 2Samuel 24,24).

Die Christen trafen sich am „ersten Tag der Woche“, d.h. am Sonntag. Der Sonntag ist der Tag der Auferstehung Christi.

Hebräer 10,24.25 unterstreicht den Gedanken der gemeinschaftlichen Verantwortung. In einer Gemeinde soll es nicht die „Leitung“ und die „Laien“ geben, sondern ein interessiertes Miteinander. Weil jedes Glied am Leib Christi begabt ist (1Petrus 4,10), kann und soll es sich an der Stelle im Leib Gottes integrieren, die seiner Funktion entspricht (1Petrus 2,5). Darüber hinaus kann jeder den Mitbruder zur „Liebe und zu guten Werken anreizen“. Wir haben untereinander den Dienst der Ermunterung. Wir sollen einander helfen, im geistlichen Leben weiter zu kommen, lieber zu werden und mehr gute Werke zu tun. Hier ist jeder gefragt und Gottesdienst (im Text: „unser Zusammenkommen“, also vielleicht auch Hauskreise) ist eine Chance, diesen Auftrag zu erfüllen.

Ein Hinweis: Damit Gottesdienst ein Ausdruck von Einheit, Familie und Liebe wird geben wir dir vier Tipps mit: (1) Singe alle Lieder mit; auch die, die dir vom Musikstil her nicht gefallen. Vielleicht musst du dich dabei selbst verleugnen, aber das gehört zum Christsein dazu. (2) Sprich nach dem Gottesdienst nicht nur mit deinen Freunden, sondern gehe aktiv auf Fremde und Unbekannte zu. Sei ein Integrator. (3) Investiere dich in den Gottesdienst durch Zeugnisse, Gebete, Kuchen, belegte Brötchen oder was dir einfällt. Mach den Gottesdienst zu „deinem“ Gottesdienst. (4) Verbiete dir eine Konsumentenhaltung, die nur danach fragt, was der Gottesdienst mir bringt. Sieh den Gottesdienst als Chance, um Gott auf eine ihm liebe Art zu ehren und deinen Geschwistern zu dienen.


DER NEUE BEGRIFF: Laubhüttenfest

Das Laubhüttenfest ist das größte Freudenfest im jüdischen Festkalender. Es findet im Herbst statt (meist Anfang Oktober) und erinnert an die Wüstenwanderung und damit an Gottes Errettung aus der ägyptischen Gefangenschaft. Während des siebentägigen Festes werden Laubhütten errichtet, in denen man isst, feiert und evtl. auch übernachtet.


DIE PRAKTISCHE AUFGABE

Nimm dir für Sonntag vor, den Gottesdienst zu bereichern (z.B. Zeugnis, Gebet oder du bringst für das Kaffeetrinken etwas mit) und sprich nach dem Gottesdienst wenigstens eine Person an, die du noch nicht kennst.


GEBETSVORSCHLAG

Bete dafür, dass Gott dir hilft, eine Liebe zu der Gemeinschaft unter Geschwistern zu entwickeln.