Thema 78: Mitgefühl, Lasten tragen

Jünger, Jüngerschaft, Jüngerschaftskurs

In dieser Lektion offenbaren wir dir ein wichtiges Geheimnis guter Seelsorge. Es ist erstaunlich einfach zu verstehen, aber dafür umso schwerer, es konsequent anzuwenden.

FRAGEN

Lies Hiob 2,11-13! Was machen die Freunde Hiobs richtig?

Warum soll man nach Sprüche 25,20 einem Niedergeschlagenen keine fröhlichen Lieder singen?

Wir sollen als Christen mitfühlend sein, indem wir uns mitfreuen und bereit sind, mitzuweinen (Römer 12,15). Gott will, dass wir als Christen unsere Komfortzone verlassen und mit anderen Menschen Freud und Leid teilen.

Gott ist voller „innigen Mitgefühls“ (Jakobus 5,11) und gibt uns ein Beispiel dafür, wie wir leben sollen (Lukas 6,36).

Welchen Aspekt des Mitfühlens betont Galater 6,1-5?

Bist du bereit, das Leid und die Sünde von Menschen so weit an dich heran zu lassen, dass du mitweinen und Lasten mittragen kannst?


ANTWORTEN

Die Freunde Hiobs nehmen sich Zeit, verabreden sich, um ihre Anteilnahme zu bekunden und um zu trösten. Sie weinen, bringen ihre Betroffenheit deutlich zum Ausdruck und schweigen.

Ein Niedergeschlagener braucht nicht Fröhlichkeit oder billige Phrasen wie „es wird schon wieder“ oder „auf Regen folgt Sonnenschein“ usw., weil damit der Schmerz vertieft statt gemildert wird.

Galater 6,1-5 betont die Wichtigkeit des „Lastentragens“. Wenn Christen sündigen, sollen wir uns nicht abwenden (auch wenn das bei schlimmen Sünden nicht einfach ist), sondern beim Tragen der Sünden-„Last“ helfen, weil wir ganz genau wissen, dass wir nicht besser sind, sondern unsere „eigenen Bürden“ tragen müssen. Zum Mittragen gehört das Zusprechen von Vergebung, das Beten, das Unterstützen im Bewältigen der Schuld, das Zur-Seite-Stehen usw. Christen, die in Sünde fallen, müssen wissen, dass sie nicht allein gelassen werden.

Gerade Männer neigen dazu, nicht mit anderen Menschen mitzuweinen, sondern irgendeinen Lösungsweg vorzuschlagen, der das Problem des anderen Menschen lösen könnte. Solche Lösungen sind gut und haben ihren Platz. Aber bevor man sich um die Veränderung der eigentlichen Situation kümmert, muss man den anderen trösten.

Eine abschließende Bemerkung: Seelsorge ist nicht die exklusive Aufgabe des Pastors oder der Ältesten der Gemeinde. Jeder Christ soll sich um die Nöte seiner Mitmenschen kümmern!


DER NEUE BEGRIFF: Abfall

Wenn unter Christen von „Abfall“ die Rede ist, dann geht es oft nicht um „Müll“, sondern um die Frage, ob ein Christ vom Glauben „abfallen“ kann. Es gibt dazu sehr unterschiedliche Positionen unter gläubigen Christen. Und ohne die Frage abschließend und umfassend beantworten zu wollen, bekennen wir, dass a) niemand uns aus der Hand des guten Hirten reißen kann und b) ein Glaube der nur Lippenbekenntnis, Emotion oder ohne Tiefgang ist, keinem Menschen Sicherheit geben kann. Nur echter Glaube führt zu echter Rettung.


DIE PRAKTISCHE AUFGABE

Schreibe heute die folgenden Bibelverse aus dem Kopf auf:

Epheser 4,29

Johannes 3,16

Johannes 5,24

Matthäus 7,12

Johannes 1,1.14

Epheser 2,8.9

Johannes 8,12

Hebräer 9,27.28


GEBETSVORSCHLAG

Bete dafür, dass du Mitgefühl entwickelst und das Mitweinen lernst.