Thema 1: Zerbruch

Jünger, Jüngerschaft, Jüngerschaftskurs

Vielleicht kommt es dir merkwürdig vor, dass es eine Lektion mit dem Titel „Zerbruch“ gibt. Ist zerbrechen nicht negativ? Geht es Gott nicht darum, dass wir ganz und heil werden? Wie so oft im Leben ist die Antwort ein „ja und nein“. Eine Beziehung mit Gott fängt damit an, dass der Eigenwille zerbricht. Und solange wir das nicht verstanden haben, kann Gott uns eben nicht gesund machen.

FRAGEN

  1. Was fällt dir auf, wenn du Psalm 34,19 und Psalm 51,19 liest? Was ist für Gott unwiderstehlich?
  2. In Matthäus 11,28-30 spricht Jesus davon, dass wir sein „Joch“ auf uns nehmen müssen. Lies diese Stelle ganz und überlege dir, was mit „Joch“ gemeint sein könnte. Es ist ein Bild, aber wofür? Lies dazu 1Könige 12,1-15!
  3. Der Zöllner in Lukas 18,9-14 ist ein Bild für Zerbruch. Lies jetzt das Gleichnis und beschreibe mit eigenen Worten den Moment der „Bekehrung“.
  4. Finde in den folgenden Versen Verhaltensweisen, die typisch für einen Menschen sind, der vor Gott zerbrochen ist.
  • Jesaja 55,7:
  • Lukas 19,8:
  • Epheser 4,32:
  • Römer 12,17.20.21:
  • 2Korinther 5,15:

  1. Begehe nicht den Fehler, gleich die Antworten zu lesen. Versuche alle Fragen zuerst selbst zu lösen und dann lies unsere Antwortvorschläge ein Stück weiter unten nach. Springe nicht zur nächsten Frage, bevor du eine Lösung in dein Ringbuch geschrieben hast.
  2. Nummerierter ListenpunktNotiere dir die Fragen, die dir bei der Beantwortung kommen auf einen separaten Zettel. Alles, was du nicht verstehst, musst du reifere Christen fragen. Trau dich, es ist zu deinem Besten!

ANTWORTEN

  1. Die beiden Psalmstellen beleuchten die Tatsache, dass Gott den Menschen nahe ist und sich solchen Menschen zuwendet, die an Herz (= Denken) und Geist (= ihr Inneres) zerbrochen sind.
  2. Das „Joch“ ist ein Bild für die Königsherrschaft und die daraus folgenden Pflichten. Wo Jesus Herr in einem Leben wird, kommt er als König und legt uns sein „Joch“ auf. Im Vergleich zu den todbringenden Ansprüchen der Welt ist sein Joch sanft, weil er versprochen hat, es mit uns zu tragen.
  3. Im Moment der Bekehrung gestehe ich vor Gott, dass ich ein Sünder bin. Ich schaue nicht mehr auf meine guten Werke (vgl. der Pharisäer), sondern ich akzeptiere Gottes Urteil über mein Leben. Echte Bekehrung geht mit echter Sündenerkenntnis einher. Ich ahne etwas davon, wie unerhört gut es Gott mit mir meint, dass ich überhaupt umkehren darf.
  4. Ein Mensch, der vor Gott zerbricht, ändert sein Leben und sein Denken (Jesaja 55,7), versucht altes Unrecht im Rahmen seiner Möglichkeiten wieder gut zu machen (Lukas 19,8), vergibt bereitwillig anderen Menschen (Epheser 4,32), erträgt Unrecht, ohne sich zu rächen, liebt seine Feinde (Römer 12,17.20.21) und lebt für Jesus (2Korinther 5,15).

Hinweis: Nimm dir Zeit an dieser Stelle inne zu halten. Und stelle dir folgende Fragen: (1) Habe ich verstanden, dass ich ein verlorener Sünder bin? (2) Bin ich innerlich über meine Schuld und die Ausweglosigkeit meiner Situation betroffen? (3) Will ich wirklich mit Jesus und für Jesus leben; soll er ganz und gar als König in mein Leben treten und den Ton angeben? (4) Bin ich bereit, mich ihm und seinen Wünschen völlig zu unterstellen und ihm jeden Wunsch nach irdischen Zielen (Ehre, Geld, Ehepartner, Familie, Gesundheit usw.) zu opfern? (5) Darf er „Herr“ in meinem Leben sein? Lies und arbeite nicht weiter, bevor du dir über die Antworten auf diese Fragen nicht im Klaren bist. Es ist keine Schande zu zögern. Die Umkehr zu Gott ist die vielleicht radikalste Entscheidung, die du je getroffen hast (und die wichtigste). Denke jetzt nach, was du willst. Lass dich weder zwingen noch drängen, aber sei ehrlich. Errettung ist kein Spiel. Wir bekehren uns auch nicht, um anderen eine Freude zu machen oder um in der Gemeinde dazu zu gehören. Und wenn du ein ganzes „Ja“ zu Gott findest, dann mach es jetzt fest:

Ausdrucken und ehrlichen Herzens unterschrieben.