Thema 62: Sexualität, Familienplanung

Jünger, Jüngerschaft, Jüngerschaftskurs

Diese Lektion soll dir helfen eine richtige Vorstellung von Sexualität zu bekommen. Die Bibel schweigt sich über dieses Thema nicht aus, sondern zeigt einen angenehmen Weg zwischen der Freizügigkeit unserer Kultur und der Leibfeindlichkeit aus manchen Epochen der Kirchengeschichte.

FRAGEN

Lies Hohelied 3,11-5,1! Was wird hier beschrieben? Was fällt dir beim Lesen auf?

Formuliere das Gebot aus Sprüche 5,18.19 mit eigenen Worten und überlege, was es für das Thema „Mannsein“ bedeutet, diesem Gebot zu folgen!

Viel wird in christlichen Kreisen über die Frage debattiert, ob man die Anzahl von Kindern begrenzen, d.h. bewusst Familienplanung betreiben darf. Die Frage kommt in unserer Zeit auf, weil die Kindersterblichkeit auf ein historisches Rekordtief abgesunken ist. Wird heute ein Kind geboren, gehen die Eltern wie selbstverständlich davon aus, dass es auch erwachsen wird. Aber das war nicht immer so! Die Bibel kennt kein Verbot der Empfängnisverhütung. Trotzdem wollen wir hier drei Dinge zu bedenken geben :

Kinder sind ein Segen Gottes (Psalm 127,3-5). Kinderlosigkeit wird in der Bibel als traurige Realität beschrieben, die man ändern möchte. Jede grundsätzliche Abneigung gegen Kinder ist deshalb falsch. Gott hat Familie auf Vermehrung angelegt (1Mose 1,28).

Bei den Methoden zur Empfängnisverhütung sind ethisch solche Methoden nicht vertretbar, die erst nach der Befruchtung wirksam werden und das Einnisten der befruchteten Eizelle behindern oder eine künstliche Blutung herbeiführen, die zur Abtreibung führt („Pille danach“).

Nüchternheit tut Not! Nicht jede Frau oder jeder Mann kann beliebig viele Kinder gut erziehen. Nicht in jeder Lebenssituation sind Kinder ein Segen! Paulus warnt die Korinther „um der gegenwärtigen Not willen“ (1Korinther 7,26) zu heiraten und Kinder zu bekommen.

Wie ist deine Einstellung zu Kindern und woher stammt deine Einstellung?

Künstliche Befruchtung außerhalb des Mutterleibes ist dann ein ethisches Problem, wenn sie Frühabtreibung als notwendigen Bestandteil der Prozedur enthält, weil überzählige Embryonen „entsorgt“ werden.


ANTWORTEN

Der Text beschreibt auf erotisch-sinnliche, aber nie pornographische Weise die Hochzeitsnacht von Salomo und Sulamith. Mit allen Sinnen nehmen sie einander wahr und genießen ihre Liebe in vollen Zügen. Weitab von der Idee, dass Sexualität etwas Verbotenes sei, das lediglich zum Zwecke der Kindererzeugung im Dunkeln geduldet wird, gibt die Bibel der Sexualität einen eigenen Wert als Krönung einer bewusst leidenschaftlichen Beziehung zwischen Mann und Frau.

Lass dich immer und immer wieder von der verführerischen Reizen deiner Frau überwältigen und bezaubern bis dir förmlich die Sicherungen durchbrennen (Sprüche 5,18.19). Das ist viel mehr als zu sagen: Begehe keinen Ehebruch! Oder: Geh nicht zu einer Prostituierten! Es ist auch mehr als nur zu sagen: Lass einfach der Natur ihren Lauf! Es ist eine Aufforderung an Ehemänner (und natürlich umgekehrt an Ehefrauen!), ein Gebot zum Handeln. Ehebruch und Treue beginnen im Kopf. Deshalb besteht Gottes Herausforderung darin, dass wir uns eine Haltung zulegen, die unsere eigene Frau in den Mittelpunkt unserer Tagträume und sexuellen Phantasien stellt. Wir müssen es lernen, das Lächeln der halbnackten Schönen vom Titelbild des TV-Magazins abzutun und beim Anblick unserer vom Schlaf zerzausten Frau in romantischen Erinnerung zu schwelgen. Die Herausforderung Gottes annehmen, heißt nun: Ich will selbst bestimmen, was ich sexuell attraktiv finde. Und ich habe mich dafür entschieden, dass nur meine Frau meine Gedanken und Gefühle gefangen nehmen darf. Der Wahlspruch dieser Welt lautet: Liebe eine Frau, weil sie körperlich attraktiv ist! Gott hält dagegen: Finde eine Frau körperlich attraktiv, weil du sie liebst! Die Gesellschaft setzt Männlichkeit mit der Menge an Frauen, die ein Mann „rumgekriegt“ hat, gleich. Gott, der Erfinder unseres Sexuallebens, sieht es genau anders herum. Je mehr ein Mann es zulässt, dass fremde Frauen ihn von seiner Ehefrau weg verführen, desto unreifer ist er. Männlichkeit ist die Fähigkeit, nicht von fremden Frauen, sondern von der eigenen Frau erregt zu werden.


DER NEUE BEGRIFF: Verkündigung

Unter „Verkündigung“ versteht die Bibel eine Predigt. Der „Verkündiger“ ist ein Prediger. In der Bibel braucht man keine theologische Ausbildung oder Ordination, um predigen zu dürfen.


DIE PRAKTISCHE AUFGABE

Wenn du verheiratetet bist, dann plane jetzt eine intime Zeit mit deinem Partner („Date-Night“). Sei in der Vorbereitung bewusst fantasievoll und versuche deinen Partner zu überraschen.


GEBETSVORSCHLAG

Bete dafür, dass du eine Liebe zu Kindern entwickelst.