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bibel_at_nt:fragen_zum_nt:antwort_apg_15_20 [2017/04/27 16:21]
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bibel_at_nt:fragen_zum_nt:antwort_apg_15_20 [2017/12/10 17:03] (aktuell)
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 ===== Apostelgeschichte 15,20: Was bedeutet dieser Vers für Christen? ===== ===== Apostelgeschichte 15,20: Was bedeutet dieser Vers für Christen? =====
  
-In Apostelgeschichte 15 dreht sich alles um die Frage, ob Heiden-Christen (Christen, die vor ihrer Bekehrung Heiden waren) die jüdischen Gesetze (z.B. Beschneidung,​ aber auch Sabbat, Speisegebote und Feiertage s. Galaterbrief) halten müssen, um gerettet zu werden (Apostelgeschichte 15,1). Die Antwort ist eindeutig: Nein, das müssen sie nicht (Apostelgeschichte 15,8-11). Heiden werde wie Juden durch den Glauben gerettet. Die spezifisch jüdischen Gesetze des AT haben für sie keinerlei Bedeutung. Trotzdem ist es für die frühe Kirche wichtig, darauf zu achten, dass sich Heiden-Christen so verhalten, dass die Juden-Christen in ihrer Gemeinde weiterhin ihre jüdischen Freunde mit dem Evangelium erreichen können. Vers 21 macht deutlich, dass die Einschränkungen aus Vers 20 gegeben wurde, weil es ungläubige Juden in der Geselleschaft ​gibt, die es zu erreichen gilt. Die einzelnen Gebote beziehen sich also auf Verhaltensweisen,​ die eine unnötige Behinderung der Evangelisation unter Juden zu verhindern. Heute haben diese Gebote (Verunreinigung der Götzen, Unzucht, Enthalten vom Erstickten und vom Blut) für uns als Christen keine direkte Bedeutung mehr. Trotzdem gilt das Prinzip, dass wir unser Leben so gestalten sollen, dass wir keine unnötigen Hindernisse für die Evangelisation der Menschen aufbauen, die um uns herum leben (vgl. 1Korinhter ​9,19-22). Wenn jemand z.B. Moslems evangelisieren will, wird er darauf verzichten, Schweinefleisch zu essen und Alkohol zu trinken, weil er sonst als Gesprächspartner von vorne herein inakzeptabel ist. +In Apostelgeschichte 15 dreht sich alles um die Frage, ob Heiden-Christen (Christen, die vor ihrer Bekehrung Heiden waren) die jüdischen Gesetze (z.B. Beschneidung,​ aber auch Sabbat, Speisegebote und Feiertage s. Galaterbrief) halten müssen, um gerettet zu werden (Apostelgeschichte 15,1). Die Antwort ist eindeutig: Nein, das müssen sie nicht (Apostelgeschichte 15,8-11). Heiden werde wie Juden durch den Glauben gerettet. Die spezifisch jüdischen Gesetze des AT haben für sie keinerlei Bedeutung. Trotzdem ist es für die frühe Kirche wichtig, darauf zu achten, dass sich Heiden-Christen so verhalten, dass die Juden-Christen in ihrer Gemeinde weiterhin ihre jüdischen Freunde mit dem Evangelium erreichen können. Vers 21 macht deutlich, dass die Einschränkungen aus Vers 20 gegeben wurde, weil es ungläubige Juden in der Gesellschaft ​gibt, die es zu erreichen gilt. Die einzelnen Gebote beziehen sich also auf Verhaltensweisen,​ die eine unnötige Behinderung der Evangelisation unter Juden verhindern. Heute haben diese Gebote (Verunreinigung der Götzen, Unzucht, Enthalten vom Erstickten und vom Blut) für uns als Christen keine direkte Bedeutung mehr. Trotzdem gilt das Prinzip, dass wir unser Leben so gestalten sollen, dass wir keine unnötigen Hindernisse für die Evangelisation der Menschen aufbauen, die um uns herum leben (vgl. 1Korinther ​9,19-22). Wenn jemand z.B. Moslems evangelisieren will, wird er darauf verzichten, Schweinefleisch zu essen und Alkohol zu trinken, weil er sonst als Gesprächspartner von vorne herein inakzeptabel ist. 
  
 Was bedeuten die Begriffe in Apostelgeschichte 15,20? \\ Was bedeuten die Begriffe in Apostelgeschichte 15,20? \\
-**Verunreinigungen der Götzen**: Götzendienst war weit verbreitet. In den heidnischen Tempeln wurde geopfert und das Fleisch dann auch vor Ort gegessen. Grundsätzlich ist an Opferfleisch kein Makel. Wird es auf dem Fleischmarkt verkauft, kann man es ohne Bedenken einkaufen ​ (1Korinhter ​10,24). Für Juden wäre es trotzdem ein Unding gewesen, dieses Fleisch zu essen und so sollen Christen um der Juden willen darauf verzichten, dieses Fleisch zu essen. \\+**Verunreinigungen der Götzen**: Götzendienst war weit verbreitet. In den heidnischen Tempeln wurde geopfert und das Fleisch dann auch vor Ort gegessen. Grundsätzlich ist an Opferfleisch kein Makel. Wird es auf dem Fleischmarkt verkauft, kann man es ohne Bedenken einkaufen ​ (1Korinther ​10,24). Für Juden wäre es trotzdem ein Unding gewesen, dieses Fleisch zu essen und so sollen Christen um der Juden willen darauf verzichten, dieses Fleisch zu essen. \\
 **Unzucht**:​ Der Begriff hier ist hier nicht in seiner allgemeinen Bedeutung zu verstehen. //Unzucht// als ethischer Begriff steht für jeglichen Sex außerhalb einer legitimen Ehe zwischen einem Mann und einer Frau (vgl. 3Mose 18 für einen Überblick, was alles darunter fällt). In diesem, ethischen Sinn ist //Unzucht// natürlich auch für Christen verboten. Hier geht es aber inhaltlich um mehr. Prostitution war selbstverständlicher Bestandteil heidnischen Götzendienstes. Da diese Praxis für Juden besonders abstoßend war, sollen Heiden-Christen nicht einfach nur auf den Besuch bei Kult-Prostituierten verzichten (was Sünde ist, 1Korinhter 6,12-20), sondern einen besonders deutlichen Bruch mit diesem Teil der heidnischen Kultur vollziehen. ​  \\ **Unzucht**:​ Der Begriff hier ist hier nicht in seiner allgemeinen Bedeutung zu verstehen. //Unzucht// als ethischer Begriff steht für jeglichen Sex außerhalb einer legitimen Ehe zwischen einem Mann und einer Frau (vgl. 3Mose 18 für einen Überblick, was alles darunter fällt). In diesem, ethischen Sinn ist //Unzucht// natürlich auch für Christen verboten. Hier geht es aber inhaltlich um mehr. Prostitution war selbstverständlicher Bestandteil heidnischen Götzendienstes. Da diese Praxis für Juden besonders abstoßend war, sollen Heiden-Christen nicht einfach nur auf den Besuch bei Kult-Prostituierten verzichten (was Sünde ist, 1Korinhter 6,12-20), sondern einen besonders deutlichen Bruch mit diesem Teil der heidnischen Kultur vollziehen. ​  \\
-**Erstickten**:​ Wenn Tiere nicht regulär geschlachtet werden, sondern eines natürlichen Todes sterben, sodass das Blut im Körper verbleibt, dann handelt es sich um //​Ersticktes//​ (o. Zerrissenes = Aas). Solches Fleisch durften Juden nicht essen (2Mose 22,30; 5Mose 14,21). Im rabbinischen Judentum wurde darüber hinaus ​ alles Fleisch, das nicht von einem jüdischen Metzger ordnungsgemäß (die Ordnung findet sich nicht in der Bibel, sondern ist ein Teil der jüdischen Überlieferung) geschächtet wurde als //​Ersticktes//​ betrachtet. Das Essen von von solchem Fleisch war den Juden verboten. \\+**Erstickten**:​ Wenn Tiere nicht regulär geschlachtet werden, sondern eines natürlichen Todes sterben, sodass das Blut im Körper verbleibt, dann handelt es sich um //​Ersticktes//​ (o. Zerrissenes = Aas). Solches Fleisch durften Juden nicht essen (2Mose 22,30; 5Mose 14,21). Im rabbinischen Judentum wurde darüber hinaus ​ alles Fleisch, das nicht von einem jüdischen Metzger ordnungsgemäß (die Ordnung findet sich nicht in der Bibel, sondern ist ein Teil der jüdischen Überlieferung) geschächtet wurde als //​Ersticktes//​ betrachtet. Das Essen von solchem Fleisch war den Juden verboten. \\
 **Blut**: Blut (und auch Fett) durfte von Juden nicht gegessen werden (3Mose 3,17; 7,26.27; __17,​10-14__). ​ **Blut**: Blut (und auch Fett) durfte von Juden nicht gegessen werden (3Mose 3,17; 7,26.27; __17,​10-14__). ​