Thema 27: Angst, Furcht

Angst verleitet oft zu groben Fehlern, kann aber auch sinnvoll sein, denn durch Angst sind wir oft vorsichtiger.

FRAGEN

Lies Johannes 16,33! Was sagt der Vers über das Thema „Angst, Furcht“?

Angst ist an sich noch keine Sünde. Aber Angst trägt in sich ein Potential zum Bösen. Welche schlimmen Dinge entwickeln sich in 1Samuel 15,24 und Matthäus 8,26 aus Angst?

1Samuel 15,24:

Matthäus 8,26:

Untersuche Lukas 12,4.5; Lukas 22,44; Hebräer 13,6 und Josua 1,9 auf die Frage, wie wir mit den Ängsten in unserem Leben umgehen sollen?

Lukas 12,4.5:

Lukas 22,44:

Hebräer 13,6:

Josua 1,9:

Wie hilft Psalm 27,1 einem Menschen, der sich fürchtet?

Natürlich würden wir uns wünschen, dass Gott wie die gute Fee im Märchen, wann immer wir Probleme haben, heranschwebt und mit einem eleganten Schwung ihres Zauberstabs alle Schwierigkeiten wegzaubert. So würden wir uns Gott wünschen, aber so ist Gott nicht. Christsein ist niemals die Einladung zu einem Leben ohne Schwierigkeiten und Ängste. Unser Herr Jesus wird nicht müde, die Notwendigkeit des Leidens zu betonen. Leid ist normal!

Was Gott uns anbietet ist nicht die vollständige Änderung unserer Lebensumstände – wobei wir im Verlauf unseres Lebens trotzdem viel Gutes erleben werden – sondern seine Nähe und seinen Beistand. Indem wir uns auf ihn verlassen (und damit auch auf seinen Zeitplan!) erleben wir, dass wir mitten in den Problemen einen Beistand haben, der mit uns geht. So real unsere Ängste auch sein mögen, Gottes Gegenwart ist ebenso real, wenn wir ihn im Gebet suchen „bis er uns gnädig ist“ (Psalm 123,2). Hier liegt das eigentliche Geheimnis im Umgang mit Ängsten: Gott suchen und zu ihm beten bis er hört. Und hier liegt vielleicht eine der größten Schwächen des modernen Christentums: Gebetsarmut. Wir sind es nicht mehr gewohnt, viel zu beten und unsere Ängste im Reden mit Gott zu verarbeiten. Stattdessen behalten wir sie für uns und unsere Seele nimmt Schaden. Die Realität ist, wie der Psalmist sagt, eine andere: Gott ist unser Licht und unsere Rettung und die Quelle all unserer Zuversicht. Je mehr wir Ängste als Chance begreifen, weil sie uns zu Gott hin drängen, desto eher verlieren sie ihren Schrecken und wir erfahren Gottes Hilfe. Psalm 55,23 spricht es so aus: „Wirf auf den Herrn deine Last, und er wird dich erhalten; er wird nimmermehr zulassen, dass der Gerechte wankt.“ Wer seine Last beim Herrn Jesus abgibt, der erhält von ihm die Kraft, die er braucht, um standhaft zu bleiben; wer auf seine eigene Kraft vertraut, wird letztendlich nur erfahren, wie kraftlos er selbst ist.


ANTWORTEN

Ängste sind etwas Normales. Sie gehören zu einem Leben, vor allem zu einem Leben mit Gott dazu, weil wir in einer Welt leben, die uns Angst macht.

Saul gehorcht Gott nicht (1Samuel 15,24). Bei ihm wird aus Angst Ungehorsam. Die Jünger verlieren ihren Glauben (Matthäus 8,26). Angst wandelt sich bei ihnen in Unglauben.

Christen haben eine Chance, richtig mit ihren Ängsten umzugehen, wenn sie Gott mehr fürchten als irgend etwas sonst (Lukas 12,4.5), ihre Ängste im Gebet Gott bringen (Lukas 22,44, siehe auch viele Psalmen!), sich willentlich gegen das Fürchten entscheiden (Hebräer 13,6) und mutig sind (Josua 1,9).

Psalm 27,1 macht deutlich, dass wir einen allmächtigen Gott an unserer Seite haben, der unser Helfer sein will.

Angst kann auch etwas Positives sein, wenn sie uns vor Gefahr warnt. Es ist gut, dass man Angst hat, wenn man an einer steilen Klippe steht oder wenn man ein bedrohliches Tier sieht, denn das erhöht unsere Vorsicht. Der furchtlose Draufgänger ist also kein geeignetes Vorbild. Selbst der Herr Jesus hatte Angst und hat sie im Gespräch mit Gott bewältigt (Lukas 22,44).


DER NEUE BEGRIFF: Demut

Demut ist die geistliche Tugend, nicht höher von sich zu denken als es sich gebührt und den Nächsten höher zu schätzen, als sich selbst. Sie ist das Gegenteil von Überheblichkeit und Hochmut. Jesus ist das beste Vorbild: Er kam, obwohl Gott, in diese Welt und diente als Gottes Sohn den Menschen. Wir demütigen uns unter die gute Hand Gottes, wenn wir unsere Sorgen bei ihm abgeben.


DIE PRAKTISCHE AUFGABE

Wiederhole die Reihenfolge der biblischen Bücher des Alten Testaments (AT) im Kopf und schreibe die Reihenfolge der biblischen Bücher des Neuen Testaments (NT) vom Matthäusevangelium bis zum Kolosserbrief hier auf.


GEBETSVORSCHLAG

Bete dafür, dass Gott dir dabei hilft, ein Christ zu werden, der völlig auf Gottes Hilfe hofft und deshalb mutig durchs Leben gehen kann.